Schlangengift in der Naturheilkunde

Original Horvi-Enzym-Therapie (Reintoxintherapie) nach Dr. Waldemar Diesing Schlangengifttherapie

Die Verwendung von Substanzen und Giften aus dem Tierreich für Heilzwecke ist Jahrtausende alt.
Vom Gift zum Heilmittel war es noch ein langer Weg.

Schlangengifte

Erst die Entdeckung der komlpexen Vielzahl von Enzymen in den Tierstoffen lassen heute die alte Medizin in einem anderen Licht erscheinen. Bei den Schlangen-Reintoxinen, die heute verwendet werden, handelt es sich um Enzymkomplexe, die mit einem speziellen fermentativen Verfahren vornehmlich aus Schlangen-, aber auch aus anderen Tiergiften gewonnen werden.

Die Gifte der Schlangen und anderer Tiere unterscheiden sich vor allem in den verschiedenen Komplexen von Enzymen. Es handelt sich um Wirkstoffe, die in den Stoffwechselprozess und die Funktionen von Zellen eingreifen. Das typische Charakteristikum von allen Enzymen ist jedoch, dass sie nicht direkt Zellprozesse verändern und angreifen, sondern als Gruppe der Katalysatoren Stoffwechselvorgänge beeinflussen und steuern. Sie selbst bleiben unverändert und bilden keine weiteren Spaltprodukte wie herkömmliche Arzneimittel. Biochemische Reaktionen werden durch Enzyme verändert, wobei kleine Mengen ausreichend sind. Die Enzymkomplexe aus Tiergiften haben sich als ein Therapeutikum mit sehr spezifischer Wirkungsrichtung bewährt. Das Leben ist ohne Enzyme nicht denkbar. Im menschlichen Körper lassen sich mehrere tausend Enzyme identifizieren. Die Funktion der meisten von ihnen ist bis heute noch nicht ausreichend geklärt worden, aber wir wissen, dass sie essentiell an Lebensprozessen beteiligt sind. Ohne eine ausreichende Anzahl und funktionsfähiger Enzyme kommen Stoffwechselvorgänge zum erliegen mit schweren Folgen.

Historisches

Frühe Untersuchungen wurden 1781 von Dr. Fontana veröffentlicht, in denen die Wirkung von Schlangengift auf die Blutgerinnung beschrieben wurde. 1827 wurde die Arzneimittelwirkung erstmalig von Dr. Constantin Hering untersucht. Nach Veröffentlichung seiner Forschungsarbeit „Wirkung des Schlangengiftes, zum ärztlichen Gebrauch vergleichend zusammengestellt“ (1837) hatte sich die Anwendung von Schlangengiften in der Homöopathie rasch etabliert.

Constantin Hering

Constantin Hering
01.01.1800-1880
studierte in Dresden Medizin.

Während seines Aufenthaltes in Surinam (1827-1833) untersuchte er die Gifte von Lachesis, Crotalus, Vipera berus, Vipera Redii und Naja tripudians.

Erst ein Jahrhundert nach Herings Einführung von Schlangengiften in die Homöopathie gelang es (1937) Dr. Waldemar Diesing nach umfangreicher Forschung die Schlangengifte von ihren Eiweißbrücken zu befreien (dem Lösungsfluidum der Giftdrüse), womit der Gesamtkomplex der Schlangengiftenzyme der Heilkunde zur Verfügung stand; denn vor dem enthielt das Rohgift 85 % Eiweiß, was einen therapeutischen Einsatz unmöglich machte (nur in homöopathisch stark verdünnter Form). Dr. Waldemar Diesing ist als Pionier der Schlangengifthterapie zu bezeichnen. Bei den Reintoxinen, die als Arzneimittel eingesetzt werden, handelt es sich um reine Enzymkomplexe (vom stark eiweißhaltigen Gift befreit),die mit einem speziellen fermentativen Verfahren, gewonnen werden. Alle Schlangengifte enthalten etwa 35-50 verschiedene Enzymarten, wobei die Zusammensetzung der Enzyme sehr unterschiedlich ist, damit natürlich auch die jeweilige therapeutische Einsatzmöglichkeit. Giftnattern (Colubriden) enthalten einen hohen Anteil an Neurotoxinen - Kobra oder auch Brillenschlange genannt (Naja tripudians) - Bungarus fasciatus - Schwarzotter (Pseudechis porphyriacus) - Korallenotter (Elaps corallinus) - Grüne Mamba (Dendraspis jamesoni) Vipern haben einen höheren Anteil an gerinnungsfördernden und hämolytischen Substanzen. - Buschmeister (Lachesis) - Klapperschlange (Crotalus terrificus) - Puffotter (Bitis arietans) - Hornviper (Cerastis cornutus) - Krötenotter (Causus rhombeatus) - Mokassinschlange ( Agkistrodon piscivorus) - Sandviper (Vipera ammodytes) - Kettenviper (Vipera Russelli) - Kreuzotter (Vipera berus), in allen Nattern und Viperngiften sind Toxine (Neurotoxine, Hämolysine, Hämorrhagine, Koaguline, Kardiotoxine) und Enzyme in verschiedenen Anteilen enthalten. Therapeutisch kommen diese Substanzen nicht getrennt zum Einsatz, sondern nur im Gesamtkomplex eines oder mehrerer gereinigter Schlangengifte, die sich jeweils in ihrer Wirkung unterstützen.

Schlangengifte

Gift als Heilmittel?

Ob ein Gift giftig oder ein Heilmittel ist, hängt nicht nur vom Wirkstoff allein ab, sondern von dessen Menge und Aufbereitung. Deshalb soll nicht unerwähnt bleiben, daß die Reintoxin- Enzymkomplexe im Mengenverhältnis homöopathischen Dosierungen (etwa D6, in der forte Form D4) entsprechen, weshalb eine Überdosierung, geschweige denn eine Vergiftung, unmöglich ist.

Um den gesetzlichen Anforderungen zu genügen, geben wir folgenden Hinweis:
Die Therapie mit Schlangengiften ist ein komplementärmedizinisches Verfahren und wird von der evidenzbasierten Medizin nicht anerkannt.